Kritiken zu "Der Staatsanwalt: Henkersmahlzeit"


Freie Presse:

... So kompliziert die Story auch ist, sie ist meisterlich zusammengefügt, so dass Spannungsbogen in Spannungsbogen übergeht ...

zum gesamten Text


Frankfurter Allgemeine Zeitung:

... Vom Drehbuchautor konzis konstruiert, von Regisseur Peter F. Bringmann mit eleganter Verve inszeniert, steuert die Geschichte genregerecht zögerlich, aber konsequent ihrer Auflösung entgegen ...

zum gesamten Text


Märkische Oderzeitung:

... Das Drehbuch von Markus Stromiedel widmet sich jeder Figur, auch in den Nebenrollen, mit großer Sorgfalt. Jedes Verhältnis ist psychologisch genau und stimmig erzählt, wie man es kaum noch im Fernsehen gewohnt ist ...

zum gesamten Text


Stuttgarter Zeitung:

... Auf äußerst raffinierte Weise gelingt es Stromiedel, den mittlerweile in Krimis unvermeidlichen privaten Nebenstrang ganz sanft immer mehr ins Zentrum zu rücken ...

zum gesamten Text


Abenzeitung München:

... So viel Gift und Galle, wie der neue Wiesbadener Staatsanwalt Reuther (Rainer Hunold) und der Kripo-Kommissar (Marcus Mittermeier) als Vater und Sohn einander entgegenzischen, verwandelt jede Berufs-Atmosphäre in ein Seelenschlachtfeld ...

zum gesamten Text


Der Spiegel:

... Den Krimi (...) prägt eine präzise eingesetzte Melancholie ...

zum gesamten Text


Frankfurter Neue Presse:

... Mit lebendigen Figuren, einer starken Story, direkten Bildern und einem rasanen Handlungsablauf empfahl sich dieser TV-Film als Pilot einer neuen Krimiserie ...

zum gesamten Text




 
Meisterlich

von Martina Krüger

Es stockt einem schon der Atem, wenn eine Hochschwangere mit gezückter Waffe in vorderster Reihe bei der Verbrecherjagd steht. Das ist nur eine der vielen Überraschungen in diesem Krimi. Autor Markus Stromiedel hat eine raffinierte Geschichte gestrickt. Ein Autounfall, eine Frau wird tödlich verletzt. Der Staatsanwalt am Steuer, und seine Frau erleidet dabei irreparable Gehirnschäden. Die 13-jährige Tochter der Toten geht zwölf Jahre später auf Rachefeldzug - genüsslich, delikat und konsequent. Staatsanwalt, Kommissar und die äußerst sympathische schwangere Polizistin (Fiona Coors) tappen lange im Dunkeln. Schließlich sind Staatsanwalt und Kommissar Vater und Sohn und haben ihre Probleme. So kompliziert die Story auch ist, sie ist meisterlich zusammengefügt, so dass Spannungsbogen in Spannungsbogen übergeht. Bei aller Tragik gleitet sie nicht ins Sentimentale ab. Hauptakteur Rainer Hunold wünscht man noch weitere Rollen wie diesen Staatsanwalt.

aus: Freie Presse, 12. Januar 2005

zurück zum Anfang


 
Wenn der Vater gegen den Sohne

von Hans-Dieter-Seidel

"Sieht so ein serbischer Mafiosi aus?" Die Frage des zornbebenden Leitenden Oberstaatsanwalts, unter der das gezauste Kommissarstrio hilflos wegzutauchen sucht, bezieht sich auf einen Kollegen, der durch einen bösen polizeilichen Mißgriff das Opfer einer Observation geworden ist. Und sie bezieht sich auf den Schauspieler Rainer Hunold, bei dessen - selbst wenn er noch so finster zu blicken sucht - sympathischer Ausstrahlung eigentlich niemand auf die Mafia verfallen dürfte.
 
Mit der Titelrolle des Fernsehfilmes "Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit" verschränken sich für Hunold Fiktion und reale Biographie auf selten so zwingende Weise. Neunzig Folgen lang hatte er zwischen 1988 und 1997 in der Krimiserie "Ein Fall für zwei" den Anwalt an der Seite des Privatdetektivs Matula verkörpert, mit einer Kanzlei, die zwar in Frankfurt lag, aber doch von Wiesbaden aus, wo die Produktionsfirma ihren Sitz hatte, geführt wurde. Danach hatte es ihn nach Berlin verschlagen, hundertvierzig Folgen lang der Dr. Sommerfeld in der Praxis am Bülowbogen. Und nun kommt er nach Wiesbaden zurück, in der Rolle eines Oberstaatsanwalts, der nach einer traumatischen Erfahrung neun Jahre lang der Stadt den Rücken kehrte und jetzt aus beruflichen Gründen dort zu Fuß fassen sucht, wo er eins zuhause war.
 
Gleich sein erster Fall ist höchst vertrackt. Nicht nur, daß zwei Männer ums Leben gebracht wurden, die scheinbar nichts miteinander gemein hatten, jeweils anscheinend mit Pilzen vergiftet nach einem offenbar opulenten Gourmet.Menü und als Leiche auf die absolut gleiche Weise auf dem Fußboden drapiert. Der Oberstaatsanwalt Bernd Reuther muß auch mit seinem Sohn Thomas, der in Wiesbaden bei der Mordkommission ist, zusammenarbeiten, obwohl das Verhältnis zwischen den beiden irreparabel zerrüttet schjeint. Reuther senio lässt keinen Zweifel daran, daß die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen Herrin des Verfahrens ist, Reuther junior musß sich grimig fügen. Und solange die zwei nebeneinanderher ermitteln, werden spärliche Indizien kaum ein schlüssiges Bild ergeben.
 
Vom Drehbuchautor konzis konstruiert, von Regisseur Peter F. Bringmann mit eleganter Verve inszeniert, steuert die Geschichte genregerecht zögerlich, aber konsequent ihrer Auflösung entgegen. Die erste Leiche, ein Schönheitschirurg, hatte die Augen verbunden, die zweite, ein Busfahrer, kleine Gewichte in der Hand, und unter dem dritten Mordopfer, das in die Ermittlungen platzt, findet sich ein langes Messer. Augenbinde, Gewichte Schwert - alles Insignien der Göttin Iustitia. Also muß es sich um einen Fall von Gerechtigkeitsverlangen und Rache handeln, womit wie von ungefähr das persönliche Schicksal von Reuther senior auf eine Weise ins Speil kommt, die den Oberstaatsanwalt zwingt, mit seinem Sohn wie auch immer zu einer Verständigung zu finden.
 
Der erfahrene Krimizuschauer ahnt die Täterfigur recht bald, aber solcher früher Verdacht beschädigt die Geschichte überhaupt nicht, weil die Spannung weit mehr darauf zielt, was denn Vater und Sohn so heillos auseinandergebracht , was Bernd Reuthers Familie zertrümmert hat. Und im Konflikt zwischen den beiden, den sie nur verstockt artikulieren können, finden die Hauptdarsteller Hunold und Marcus Mittermeier zu nachdrücklicher Präsenz - Hunold weit kantiger und bestimmender als in der Figur des Berliner Kiezdoktors, bei der er sich zuletzt meist mit den ewigen gleichen, bewährten Tönen der Leutseligkeit beschieden hat; und Mittermeier rollengemäß forsch und verbohrt zugleich. Dazu kommt, nicht weniger überzeugend als Stimme der Vernunft, Fiona Coors in der Rolle der hochschwangeren,aber nur in ihrer Beweglichkeit , nicht im Denken eingeschränkten Kommissarin.
 
Wären nicht ein paar Flüchtigkeiten in Buch und Regie, der ungewöhnliche Krimi dürfte als makelos gelten. Daß Reuther gleich einen Siebener-BMW als Dienstwagen hingestellt kriegt, verrät wohl mehr über das Sponsoring, als daß es von den finanziellen Möglichkeiten staatlicherseits zeugt. Daß die Referendarin, die zum Tatort mitgenommen wird, unterwegs, wie es den Anschein hat, den Entschluß faßte, sich die Haare anders zu frisieren, glaubt hoffentlich nicht einmal der Regisseur. So etwas nennt man Anschlußfehler. Und wenn der Kommissar bei einem privaten Krankenbesuch harsch auf die Besuchszeiten hingewiesen wird, der Oberstaatsanwalt , gleichfalls privat, aber abends anstandslos die Schwester passieren darf, dann herrschen in dieser Klinik merkwürdige Gebräuche.
 
Doch die Konzeption stimmt, daran ändern solche kleinen Ausrutscher natürlich nichts. Und so hätten die beiden, Reuther senior und Reuther junior, durchaus das Zeug zur Serie. Denn auch wenn Sie fürs erste ihren Frieden machen werden, ein Vater, der sich zu schwach fühlte, eine persönliche Schuld auszuhalten, und ein Sohn, der es nicht ausgehalten hat, seinen Vater schwach zu sehen - das Potential dieses Konflikts ist noch lange nicht erschöpft.

aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2005

zurück zum Anfang


 
Wenn der Vater mit dem Sohne

von Anna Scheer

Von Rainer Hunold kann das Deutsche Fernsehen nicht genug bekommen, sowohl die ARD als auch das ZDF reißen sich um ihn. Immer wieder werden Serien mit ihm verlängert. Stets spielt er den gütigen, hilfsbereiten Vatertyp. Auch in dem ZDF-Film "Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit" ist er nicht gegen den Strich besetzt, nur dass der nette Vater diesmal einen Konflikt mit seinem erwachsenen Sohn hat.
 
Der Film beginnt damit, dass der Staatsanwalt Reuther (Rainer Hunold) nach zehn Jahren in seine Heimatstadt Wiesbaden zurückkehrt und versehentlich von seinem Sohn, dem Hauptkommissar, verhaftet wird. Dieses Missverständnis klärt sich schnell auf, nur weiß zunächst noch niemand, was für ein Ereignis das Vater-Sohn-Verhältnis erschüttert hat. Die Arbeitruft, und beidemüssen in einem Mordfall ermitteln, der noch weitere Opfer nach sich zieht.
 
Der Sohn wird von Marcus Mittermeier gespielt, der im letzten Jahr mit dem Kinofilm "Muxmäuschenstill" erfolgreich als Regisseur debütierte. Er spielt die Rolle des gekränkten Sohnes sehr raffiniert. Man spürt das verletzte Kind, aber auch den ehrgeizigen Kommissar, der sich nicht in seiner Arbeit behindern lassen möchte. Abgesehen von den familiären Problemen reiben sich die beiden ermittelnden Teams auch wegen ihrer unterschiedlichen Arbeitsweise: Jung gegen Alt, Originalität gegen Erfahrung. Es dauert lange, fast zu lange, bis sie einsehen, dass sie zusammenarbeiten müssen. Die Vergangenheit holt Vater und Sohn auch bei den Ermittlungen ein. Die ungeklärten Mordfälle haben mehr mit ihnen zu tun, als sie es ahnen konnten, und bedrohen letztlich auch sie selbst.
 
Das Drehbuch von Markus Stromiedel widmet sich jeder Figur, auch in den Nebenrollen, mit großer Sorgfalt. Jedes Verhältnis ist psychologisch genau und stimmig erzählt, wie man es kaum noch im Fernsehen gewohnt ist. Auch Regisseur Peter F. Bringmann verzichtet auf ÜBerflüssiges, wie wilde Autojagden oder andere stimmungsheischend e Momente.
 
Doch auch wenn Rainer Hunold davon spricht, dass er mal was anderes spielen wollte: Die Rolle des agierenden und vor Ort ermittelnden Staatsanwaltes ist zwar grundsätzlich ungewöhnlich, doch in der Umsetzung ist Hunold mit seinen fast zur Stereotype gewordenen Gesten auch dieses Mal unverkennbar.

aus: Märkische Oderzeitung, 10. Januar 2005

zurück zum Anfang


 
Giftpilze

Peinlich, peinlich: der vermeintliche serbische Mafiosi, den die Wiesbadener Kripo am Bahnhof festnimmt, entpuppt sich als neuer Staatsanwalt. Der ist gleich doppelt verdattert, denn der Beamte, der die Aktion leitet, ist sein Sohn. Die Festnahme ist kein Zufall, wie sich später zeigt: Natürlich wusste der junge Mann, wen er da abführen lässt; er ist schlicht von Hass zerfressen.
 
Ein cleverer Einstieg, den sich der Autor Markus Stromiedel, Verfasser divererser "Stubbe"-Abenteuern, da ausgedacht hat: Natürlich will man wissen, was einst zwischen Vater und Sohn vorgefallen ist. Auf äußerst raffinierte Weise gelingt es Stromiedel, den mittlerweile in Krimis unvermeidlichen privaten Nebenstrang ganz sanft immer mehr ins Zentrum zu rücken: weil der Staatsanwalt und der Kommissar natürlich irgendwie miteinander auskommen müssen und weil sich herausstellt, dass das Ereignis, das ihr Verhältnis vor zehn Jahren so rasant abgekühlt hat, für die aktuellen Ermittlungen von entscheidender Bedeutung ist. - "Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit" ist Auftakt einer losen Reihe von Krimis. Bleibt die Qualität, würde die neue Figur auch gut in die Riege der ZDF-Samstagermittler ("Rosa Roth", "Bella Block", "Das Duo") passen.
 
Das liegt überraschenderweise nicht zuletzt an Rainer Hunold, dem es in seiner Praxis am Bülowbogen offenbar zu behaglich geworden ist. Neun Jahre nach "Ein Fall für zwei" kehrt er nun zurück in den Großraum Rhein/Main, um mürrisch und mit viel Grimmigkeit um die Mundwinkel in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen. Das größere Lob aber gebührt dem Autor, selbst wenn man zunächst mit einem Seufzer zur Kenntnis nimmt, dass das Opfer schon wieder ein Schönheitschirurg ist. Doch dieser Tote ist nur der erste, dem noch weitere folgen werden; alle starben an einer Mahlzeit mit vergifteten Pilzen.

aus: Stuttgarter Zeitung, 10. Januar 2005

zurück zum Anfang


 
Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit

von Ponkie ("Ponkie sieht fern")

Starker Familien-Tobak gleich im Pilotfilm der neuen ZDF-Reihe "Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit" (Buch: Markus Stromiedel, Regie: Peter F. Bringmann). So viel Gift und Galle, wie der neue Wiesbadener Staatsanwalt Reuther (Rainer Hunold) und der Kripo-Kommissar (Marcus Mittermeier) als Vater und Sohn einander entgegenzischen, verwandelt jede Berufs-Atmosphäre in ein Seelenschlachtfeld. Und ein altes Trauma der beiden bläst neue Hass-Schwaden in die dicke Büro-Luft.

aus: Abendzeitung München, 12. Januar 2005

zurück zum Anfang


 
Der Staatsanwalt - Henkersmahlzeit

Rainer Hunold ist ein Schauspieler mit erstaunlichen Fähigkeiten. Wem das in der Serie "Praxis Bülowbogen", wo er den Dr. Sommerfeld spielt, bisher entgangen sein sollte, kann das in diesem Folm (Buch: Markus Stromiedel, Regie: Peter F. Bringmann) entdecken. Den Krimi, aus dem bei Quotenerfolg eine Reihe werden soll, prägt eine präzise eingesetzte Melancholie: Der Oberstaatsanwalt (Hunold) hat einst seine Familie sitzen lassen. Der Sohn (Marcus Mittermeier), Kollege seines Vaters, grollt mit seinem Erzeuger, die Ehefrau ist nach dem Unfall ein Pflegefall. Der Zuschauer sieht, wie verloren, eingeschüchter und resigniert sich der schwere Mann mit seiner Schuld durch den Film bewegt, was viel eindrucksvoller ist als die angestrengte Krimihandlung.

aus: Der Spiegel Nr. 2, 10. Januar 21005

zurück zum Anfang


 
Köpfchen & Herz

Eng verflochten präsentierten Autor Markus Stromiedel und Regisseur Peter F. Bringmann die Geschichten um die Vergangenheit des neuen Wiesbadener Oberstaatsanwaltes Bernd Reuther und die der Serienmörderin, die den Tod ihrer Mutter rächen will, bis beide Fäden schließlich im Höhepunkt fulminant zusammenlaufen. Mit lebendigen Figuren, einer starken Story, direkten Bildern und einem rasanen Handlungsablauf empfahl sich dieser TV-Film als Pilot einer neuen Krimiserie, mit der Rainer Hunold nach seinem Abstecher ins Krimimilieu zurückwechseln könnte. Dabei war die Handlung zwar komplex, aber der Zuschauer wusste trotz des Puzzlespiels immer genauso viel, dass er der Geschichte mit Spannung folgen konnte, ohne aber den weiteren Verlauf zu ahnen. Eben ein Krimi mit Köpfchen und Herz.

aus: Frankfurter Neue Presse, 11. Januar 2005

zurück zum Anfang