Kritiken zu "Stubbe - von Fall zu Fall: Harte Kerle"


Gong:

"...Geschickt aufgebaut und überraschend aufgelöst: Top-Tipp!"

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Westdeutsche Zeitung:

"...Autor Markus Stromiedel und Regisseur Bernhard Stephan ist ein Krimi gelungen, der weit mehr ist als nüchterne Spurensuche..."

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Abendzeitung München:

"...(Stubbe) lässt die erzieherische Energie von Tochter und Tante gutmütig an sich abtropfen und widmet sich mitfühlend dem Seelenschmerz empfindsamer Wrestling-Showsteller:.."

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Leipziger Volkszeitung:

"...So driftet die Ermittlung in eine doppelte Selbstsuche. Was diesem ?Stubbe? gar nicht übel bekam..."

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Süddeutsche Zeitung:

"...Eigentlich ist Stubbe ein Anti-Krimi...."

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Offenbacher Post:

"... sehr authentisch dank Wolfgang Stumph, dem der Stubbe stets so wunderbar auf den Leib geschrieben wird..."

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Mitteldeutsche Zeitung:

"...Wenn das Zweite seinen sächsischen Kommissar Stubbe an seine Fälle schickt, dann kommt mehr als ein Krimi heraus..."

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Top-Tipp

Keine Spuren, kein Motiv, die Tatwaffe nicht auffindbar: Kommissar Stubbe (W. Stumph) und Kollege Zimmermann (L. Mackensy) treten im Mordfall des erschossenen Wrestlers Walter (J. Nimtz) auf der Stelle. Kampfpartner Horst (O. Stern), der mit dem Opfer in einer WG lebte, kann nichts zur Klärung beitragen. Da Walter bei einem Wachdienst arbeitete, nimmt Stubbe sich die Firma vor... Die tragische Geschichte einer Männerfreundschaft gewährt angenehm zurückhaltend dargestellte Einblicke in die Showkämpfer-Szene. Theaterprofi Oliver Stern liefert eine klasse Leistung ab. Typischer "Stubbe" mit bewährtem Mix aus Tätersuche und privaten Belangen. Fazit: Geschickt aufgebaut und überraschend aufgelöst: Top-Tipp!

aus: Gong, 25. November 2005

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Weit mehr als nüchterne Spurensuche

Von Boris Glatthaar

Ein toter Wrestler, erschossen aus nächster Nähe. Stubbe glaubt an Hinrichtung. Doch anders als in vielen Krimis, stößt der Kommissar - wieder überzeugend: Wolfgang Stumph - bei seinen Ermittlungen nicht auf dunkle Geheimnisse. Stattdessen entpuppt sich ein massiger Schaukämpfer als sensibler Geliebter des Toten, als liebenswürdiger Tollpatsch, der weinend Halt sucht bei Stubbe. Das menschelt. Autor Markus Stromiedel und Regisseur Bernhard Stephan ist ein Krimi gelungen, der weit mehr ist als nüchterne Spurensuche.
 
Nach bewährtem Konzept werden dienstliche und private Ereignisse im Leben des Ermittlers nebeneinander erzählt. Was da passiert zwischen dem besorgten Vater und der sich abnabelnden Tochter (leidenschaftlich gespielt von Stumph-Tochter Stephanie) ist dem Zuschauer nicht fremd. Bis zum Schluss spannend bleibt der Fall selbst. Die 90 Minuten gipfeln in einer dramatischen, unerwarteten Auflösung, die nachhallt: Selbstmord, inszeniert als Mord, damit der verschuldete Geliebte die Lebensversicherung erhält. Es gibt keinen Schuldigen, nur Opfer.

aus: Westdeutsche Zeitung, 5. Dezember 2005

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Ponkie sieht fern

Von Ponkie

Der Ossi-Gemütsmensch Stubbe (Wolfgang Stumph), von Dresden nach Hamburg verschlagen, hat die Biedermarke des Filzlatschen-Krimis in die deutsche Kommissar-Psychologie eingebracht. Er lässt die erzieherische Energie von Tochter (Stephanie Stumph) und Tante (Margret Homeyer) gutmütig an sich abtropfen und widmet sich mitfühlend dem Seelenschmerz empfindsamer Wrestling-Showsteller: Im Mordfall ?Harte Kerle? (Regie: Bernhard Stephan, ZDF) trauert der vereinsamte Horst (Oliver Stern) um seinen erschossenen Showkampfpartner "ZORRO?, bekocht friedlich die Stubbe-Familie und wird vom sturen Stubbe-Kollegen (Lutz Mackensy) für den Mörder gehalten. Und weil Stubbe-Tochter Stephanie auch nach einer neuen WG sucht, in der Papa keinen Zutritt hat, wird es richtig gemütlich im Wrestling-Grillclub der harten Kerle und schlauen Sachsen-Weicheier.

aus: Abendzeitung München, 5. Dezember 2005

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Wrestler-Mord

Sie sind gnadenlos im Ring. Sie quetschen, verrenken, werfen, treten, schlagen - und haben doch ein goldenes Herz. Wrestler sind Showmänner. So wie Horst und Walter. Das schwammige Kind mit Glatze und der hoch verschuldete Kantige. Ein schwules Pärchen. Doch davon darf keiner was wissen. Als Walter tot im Umkleideraum liegt, verliert Horst den Boden unter den Füßen. Den findet er erst wieder, als er im Haus hinter dem Deich bei Kommissar Stubbe auftaucht, kocht und abwäscht und ganz groß bei Tante Charlotte ankommt. Doch das darf eigentlich gar nicht sein, weil Stubbe privat nicht so stark mit dem Fall vermischen kann. Aber was soll man machen: Auch Stubbe ist ein Einsamer. Auch Stubbe weiß, was menschlicher Verlust heißt. So driftet die Ermittlung in eine doppelte Selbstsuche. Was diesem ?Stubbe? gar nicht übel bekam. Denn die kriminellen Energien unter den Leuten der Sicherheitsfirma, zu der auch Walter gehörte, war nur die Genre-Folie. Darin eingewickelt: Das private Beziehungsdrama im halbseiden schimmernden Wrestler-Milieu. Da hatte dieser ? Stubbe? seine starken Momente, weniger in der Kabbelei der Ermittler mit ihren Macken und Marotten. Ex- Defa-Regisseur Bernhard Stefan (?Für die Liebe noch zu mager??) hat das routiniert, mit Blick für seelische Schlüsselsituationen, alltäglicher Heiterkeit und ohne jede Hast erzählt. Auch wenn Stubbe-Tochter Christiane mit ihrer Wohnungssuche immer mal wieder kräftig Wind machte.

aus: Leipziger Volkszeitung, 5. Dezember 2005

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Fürchte Dich nicht!

Von Eva Marz

Es gibt auch Leute, die sagen: "Was kommt heute? Kriminalfilm? Au weh, das ist nichts für mich!" Leute, die das Leben an sich gefährlich genug finden und jede Aufregung lieber vermeiden. Diese Leute könnten es mal mit Stubbe versuchen. Die Krimi-Reihe ist äußerst beliebt und beschert dem ZDF hervorragende Quoten. Aber sie ist das Gegenteil von aufregend. Als das Institut für Meinungsforschung Gewis Zuschauer nach der spannendsten Krimi-Reihe im deutschen Fernsehen fragte, landete Stubbe auf dem letzten Platz. Die neue Folge "Harte Kerle" spielt im Wrestler-Milieu. Große, dicke, böse Männer, die sich vor aufgeheiztem Publikum brutale Ringkämpfe liefern. Eines Abends liegt einer von ihnen tot in der Umkleide, und Wilfried Stubbe blickt hinter die Kulissen. In der kleinen Wohnung von Wrestling-Ungeheuer Horst sieht es so ordentlich und spießig aus wie bei Ömchen. Horst hat die Seele eines Kindes und ist sozusagen die Witwe des Ermordeten. Ein massiver trauriger Berg - so sitzt er da und hat Angst vor dem Alleinsein. Der betrübte Riese will den Kommissar zum Bleiben überreden und sagt: "Ich mach' den besten Tee von ganz Hamburg!? Stubbe bleibt, trinkt aus zierlichem Porzellantässchen, spendet Zuspruch. So ist er. Ein Familienmensch, der abends heimkommt und unter den Spültisch kriecht: Siphon kaputt. Haussegen und Verbrecherjagd - in Stubbes Welt ist beides gleich wichtig. Das hat auch mit dem Ost-Appeal der Reihe zu tun. Wolfgang Stumph spielt diesen Stubbe als einen Sachsen, der erst 1995 aus Dresden nach Hamburg kam und dort Kriminalhauptkommissar wurde. Der sich noch einmal neu erfunden hat, ohne dabei seine Identität zu verraten. Im Gegenteil: Hier siegt der Osten über den Westen. Der Dresdner mit dem warmen Herzen ist eben einfach ein guter Engel und näher dran an der menschlichen Natur als der kopfgesteuerte Hamburger Kripo-Kollege Bernd Zimmermann (Lutz Mackensy). Der zieht jedes Mal den Kürzeren. Familienwerte, Warmherzigkeit und Sinn fürs Praktische: Eigentlich ist Stubbe ein Anti-Krimi. Es geht vor allem darum, das Gefühl des Aufgehobenseins zu vermitteln - in einer behaglichen Welt, ohne Abgründe.

aus: Süddeutsche Zeitung, 3.Dezember 2005

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Lebensklug

Von Gabriele Kurth

Die versammelte Stubbe-Fangemeinde weiß nur zu gut, dass die Krimis rund um den Ossi-Kommissar, der nun bereits seit 10 Jahren in Hamburg lebt, nicht gerade ein Ausbund an Spannung sind. Viel mehr menschelt es so wunderbar. Das Stubbes Tochter Chrissie endlich ihre Studienplatz bekam und zusammen mit einer Freundin zu Hause einzieht, war bedeutsamer als die Aufklärung des gewaltsamen Todes eines Wrestlers. Und wichtiger als Verhöre und Spurensicherung waren die Geständnisse des Privatmannes Stubbe über das schmerzvolle Weiterleben nach dem Tod eines geliebten Menschen und den Kampf gegen die Einsamkeit. Mehr Lebensratgeber den Krimi, aber sehr authentisch dank Wolfgang Stumph, dem der Stubbe stets so wunderbar auf den Leib geschrieben wird. Diesmal hatte er das Glück, neben dem Stamm Personal in Oliver Stern einen gleichwertigen Partner an der Seite zu haben.

aus: Offenbacher Post, 5. Dezember 2005

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Humorvoll

Von: Gerd Dehnel

Wenn das Zweite seinen sächsischen Kommissar Stubbe an seine Fälle schickt, dann kommt mehr als ein Krimi heraus. Denn Stubbe ist ein Grübler mit Humor, manchmal grantig, manchmal gütig, manchmal frech. Und er hat Familie, die ihm zu schaffen macht, wie Familien das nun einmal tun. Wer diesen ruhigen, einfühlsamen Kommissar mag, der schaut über Schwächen gern hinweg. Etwa, dass der Spannungsfaden bei diesem Fall, Stubbes 28. mittlerweile, immer wieder mal riss. Oder dass die Verdächtigen sich parodistisch überzeichnet immer noch verdächtiger machten. Doch dafür entschädigte Oliver Stern als Wrestling-Kämpfer "Horst der Rächer". Er zeigte überzeugend die tiefe Kluft zwischen der Bühnenfigur einer Kampfmaschine und dem weichen, verletzlichen Privatmann. Stubbe und er wurden so zum eindrucksvollen Schauspiel-Gespann. Wenn sich das nächste Mal die Spannung ein wenig konsequenter aufbauen ließe, werden die Krimi-Fans danken. Stubbe-Fans sind auch so zufrieden.

aus: Mitteldeutsche Zeitung, 5. Dezember 2005

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