Kritiken zu "Das Geheimnis meines Vaters"


F.A.Z, Vorbericht am 29. Juli 2006:

... Mitte Dezember (2005) wurde Stromiedel mit einem Exposé beauftragt. Innerhalb von drei Wochen zimmerte er gemeinsam mit Kerstin Engel ein Gerüst der Geschichte samt Charakterstudien der Figuren. Ein Konzept, für das gewöhnlich mindestens ein Jahr vor Drehbeginn der Auftrag erteilt wird. Doch das enge Zeitkorsett hat laut Stromiedel (...) auch Vorteile: "Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre unser Buch möglicherweise nicht ohne größere Änderungen durchgekommen." Entstanden ist, soviel läßt sich schon vor Drehschluß sagen, ein avancierter Stoff, der die Kühle eines Krimis sucht und das Pathos einer Telenovela nicht scheut ...

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F.A.Z., Kritik am 15. August 2006:

... Die Serie wirkt aufwendiger, als man angesichts der Bedingungen, unter denen sie entstand, erwarten durfte. In fünfzig Tagen wurden fünfzig Folgen produziert. (...) Dennoch unterhält diese Serie. Dank des spannenden Drehbuchs von "Tatort"-Autor Markus Stromiedel...

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Bild:

Tipp des Tages.

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stern.de:

... Zum ersten Mal wird im deutschen Fernsehen eine langfristig laufende Serie ausgestrahlt, die die Genres Familienserie und Krimi miteinander verbindet ...

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rtv:

... Und so entdeckt das ungleiche Paar ein Kalaidoskop der deutschen Vergangenheit, erlebt die innere Teilung, Loyalitätskonflikte und die wunderbaren Widersprüche der Liebe. ...

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NRZ:

... Wie man weiß, ist es gar nicht so leicht, den Zuschauer in der ersten nur 30 Minuten langen Folge auf eine neue Unterhaltungsserie neugierig zu machen. Dieser hier ist das eigentlich ganz gut gelungen ...

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Neue Osnabrücker Zeitung:

... die ersten Folgen machen Appetit auf mehr ...

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TV-Aktuell:

Es lohnt sich!

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Krimi plus Romanze plus X

von Rainer Schulze

Wenn sich serienhungrige Fernsehzuschauer über die neuen Wendungen in ihrer Favoritensendung austauschen, erinnert das an Anekdoten über abwesende Freunde. Wann war Jule mit Kai liiert? Warum ist Oskar Kämpe verschwunden? Und was hat Bodo damit zu tun? Ähnlich geht es im Studio Hamburg zu, wo die ARD ein neues Endlosprojekt verfolgt. Keine Seifenoper oder Telenovela, eine neue "Mystery-Novela" soll es sein. Unter Bedingungen, die man wohl "extrem" nennen darf. Zwanzig Autoren sitzen an den Büchern zu der Vorabendserie "Das Geheimnis meines Vaters", welche die ARD vom 15. August an ausstrahlt, und unterhalten sich mit frappierender Selbstverständlichkeit über Kai, Oskar und Jule.
 
Die Zeit drängt. Die Bücher sind kaum abgeschlossen, der Dreh läuft schon seit vier Wochen. Die Autoren schreiben im Akkord und wollen doch Fließbandware vermeiden. Markus Stromiedel, der hinter der Idee zu "Das Geheimnis meines Vaters" steckt und als Head-Autor die Entwicklung der Bücher koordiniert, spricht von "industrieller Produktion", ohne dies abwertend zu meinen. Zehn Wochen lang wird täglich eine Folge gedreht, und das "Geheimnis" weitergesponnen. Fünfzig Cliffhanger haben Stromiedel und seine Kollegen ersonnen, die die Zuschauer so gut bei der Stange halten sollen, daß sie dienstags bis freitags um zehn vor sieben einschalten.
 
Warum in der ARD-Programmplanung ein Sommerloch klaffte, will in Hamburg niemand kommentieren. Mitte Dezember wurde Stromiedel mit einem Exposé beauftragt. Innerhalb von drei Wochen zimmerte er gemeinsam mit Kerstin Engel ein Gerüst der Geschichte samt Charakterstudien der Figuren. Ein Konzept, für das gewöhnlich mindestens ein Jahr vor Drehbeginn der Auftrag erteilt wird. Doch das enge Zeitkorsett hat laut Stromiedel, der die Bücher zu Tatorten und Kommissar Stubbe erdachte, auch Vorteile: "Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre unser Buch möglicherweise nicht ohne größere Änderungen durchgekommen." Entstanden ist, soviel läßt sich schon vor Drehschluß sagen, ein avancierter Stoff, der die Kühle eines Krimis sucht und das Pathos einer Telenovela nicht scheut - eine Kriminovela eben, oder, wie die ARD-Wortneuschöpfer kreierten, eine "Mystery-Novela".
 
Kriminovela ist die neueste Evolutionsstufe aus dem Labor der Vorabendserien. Wie der Neologismus verspricht, ist das Format multifunktional: Die Geschichte einer Heimkehr, eine Liebesromanze und einen Kriminalfall - all das enthält das "Geheimnis meines Vaters". Jule, eine junge Sinnsucherin, die sich in Berlin von ihrer Heimatstadt Wismar abgenabelt hat, plant eine Weltreise. Doch dann gerät ein als Stippvisite gedachter Besuch am Ort der Kindheit zu einem Studium in Familienarchäologie. Die junge Frau trifft wieder auf die Fossilien der Vergangenheit: Die elterliche Parfümmanufaktur - ein Familienbetrieb, der zu DDR-Zeiten nur drei Seifensorten produzierte und darum nicht verstaatlicht wurde - wird ihr Erfahrungsfeld, das vermeintlich Moderne gegen das vermeintlich Piefige eingetauscht. Jules Bruder Tobias, der Daheimgebliebene, führt das Regiment im Reich der duftenden Lavendeltiegelchen. Er ist mit einem Riecher ausgestattet, der Süskinds Grenouille Konkurrenz machen könnte. Der Vater ist verschwunden, die Sekretärin wird tot aufgefunden, Jule tappt im dunkeln, trifft ihre Jugendliebe Kai, der inzwischen zum Kommissar gereift ist, und findet en passant auch noch zu sich selbst.
 
Rund 230 potentielle Jules wurden auf der Suche nach einem wenig stromlinienförmigen Typ gecastet, der etwas burschikos und sehr norddeutsch sein sollte. Regisseurin Karin Müller wußte, was sie nicht wollte, nämlich "kein Girlie, kein Glittermädchen mit Lipgloss". Sommersprossen, heller Teint, Rehaugen: Bei Anna Voy Kunith hatte die Fahndung ein Ende. Die in Salzburg ausgebildete Schauspielerin mit Telenovela-Erfahrung - in "Sophie, Braut wider Willen" spielte sie die Magd Lina - wird versuchen, das Geheimnis zu lösen und nebenbei noch das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Es ist zu erwarten, daß Kai (Sven Waasner) ihr dabei behilflich sein wird.
 
Strenggenommen kreist die Telenovela, die ihre Wurzeln in Südamerika hat, um die Liebes- und Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau. Mit "Sophie - Braut wider Willen" ist die ARD erst sehr spät auf den fahrenden Telenovelazug aufgesprungen. Zu einem Zeitpunkt, als das ZDF "Bianca" längst ihren Weg zum Glück suchen ließ und auch Sat.1 mit "Verliebt in Berlin" schon beachtliche Quoten erzielte. Inzwischen ist der Lauf der Telenovelas holprig geworden. Zwar nimmt Sat.1 mit "Schmetterlinge im Bauch" im Herbst einen neuen Titel ins Programm. Doch das ZDF will seine Serie "Tessa" nicht verlängern, und auch "Lotta in Love" findet bei Pro Sieben nicht den erhofften Zuspruch.
 
Mit dem "Geheimnis meines Vaters" versucht die ARD nun, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein: "Krimi + Romanze + X", das könnte mehr Zuschauer erreichen als das größtenteils weibliche, junge Publikum auf dem allmählich gesättigten Telenovela-Markt. Die Bedingungen, unter denen gedreht wird, sind waghalsig. Es darf nichts schiefgehen - Zeit, um nachzubessern, bleibt kaum. Der Ablauf ist bis ins kleinste geplant. Damit alles klappt, sind bei den Dreharbeiten immer zwei Coaches zugegen, die sich um die Schauspieler der siebzehn festen Rollen kümmern. Mit der "industriellen Produktion" wird Geld gespart, um es für andere Projekte ausgeben zu können. Aufwendige Serien-Produktionen wie "Berlin, Berlin" oder "Türkisch für Anfänger", die sich zum Teil über mehrere Jahre hinziehen, verschlingen bei der ARD ein üppiges Budget. Es sei keine Kunst, mit viel Geld eine gute Serie zu produzieren, meint Autor Stromiedel. "Aber mit wenig Geld eine gute Geschichte zu erzählen - das ist eine Herausforderung."
 
Sollte das "Geheimnis meines Vaters" ein Erfolg werden, haben insbesondere die Bühnenbildner ganze Arbeit geleistet. Im Studio Hamburg wurde mit viel Liebe zum Detail eine Kulisse aufgebaut, die für eine Serienproduktion ungeheuer ist. In zwei Studiohallen stehen aufwendig möblierte Lebensräume. Im loftähnlich ausgebauten Inneren eines Kirchturms thront der Immobilienhai, das Reich von Jules Bruder Thorsten ist das Labor der Parfümmanufaktur, im Bootshaus fühlt sich Jule zwischen Netzen und verrosteten Fahrrädern geborgen, in der Kneipe von Fisch-Twiete kursiert der neueste Schnack. Zweiundzwanzig Sets stehen dem Team in den Studios zur Verfügung, zweimal wöchentlich geht es zum Dreh nach Wismar an den Ostseestrand oder auf das Kopfsteinpflaster des Marktplatzes. Mit hohem logistischen Aufwand werden die Szenen en bloc abgedreht. In den Studios gibt es einen Schnittplatz, an dem direkt abgemischt wird. Fünf Regisseure wechseln sich ab - während einer dreht, bereiten sich die anderen auf die nächsten Drehtage vor.
 
Zwei Hürden stehen der Quote entgegen. Der Sendeplatz am Vorabend ist hart umkämpft, die Konkurrenz mächtig. Zudem ist der Sendestart Mitte August nicht ideal, um langfristig Zuschauer zu binden. Produzentin Kerstin Ramcke ist dennoch zuversichtlich: "Wir kommen als einzige zu dieser Zeit mit etwas Neuem heraus."

aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Juli 2007

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Lavendel

von Rainer Schulze

Küsse am Ostseestrand darf man erwarten, Ohrfeigen im Nieselregen ebenfalls, sehnsüchtige Blicke auf das Meer auch. Der Vorspann zur neuen ARD-Vorabendserie "Das Geheimnis meines Vaters" zählt die Zutaten zu einer Langlaufserie auf, dazu ein Gitarrentrack, der ins Ohr geht. Und doch wird mehr als die seichte Verkupplungswelt aufgefahren, denn der Vorspann kippt vom Dur ins Moll des Kriminalfilms. Im Lichtkegel einer Taschenlampe stöbert jemand im Labor der Parfümmanufaktur, eine Waffe wird entsichert, ein Kahn treibt auf dem Meer. Diese Serie will anders sein. Eine "Mystery-Novela" (F.A.Z. vom 29. Juli) haben die Programmplaner das neue Produkt genannt, in dem ein Kriminalfall über fünfzig Folgen spannend erzählt werden soll, mit Romanze.
 
"Hi, ich bin Jule! Und das ist mein letzter Arbeitstag", begrüßt ein sommersprossiges Gesicht die Zuschauer. Jule steht in einer Dönerbude in Berlin und freut sich auf den Feierabend, der ihrem Freiheitsdrang das ersehnte Ventil geben wird. Sie will auf Weltreise gehen, der Flug nach Acapulco ist gebucht. Von der Enge des Elternhauses in Wismar hat sie sch schon durch ihren Umzug nach Berlin ein Stück abgekapselt. Doch dann taucht Jules Vater bei ihrer Abschiedsparty auf, überreicht ihr, offenbar in Bedrängnis, ein Paket, das Jule morgen zum Geburtstag ihrer Mutter mit nach Wismar bringen soll.
 
Wismar - das ist das Reich von Bergamotte, Lavendel und Rosenöl. Jules Eltern betreiben eine Parfümmanufaktur, ihr Bruder Thorsten ist der daheimgebliebene Liebling von Mutter Ingrid (Heike Trinker). Andere Hinterbliebene der Ostsee-Idylle sind die beste Freundin Kirsten und die Jugendliebe Kai. Jule kehrt ungewollt in die kleinstädtische Enge zurück. Denn die unterhaltsame Liebesgeschichte einer jungen Frau, oszillierend zwischen Berlin, dem Traum von einer Weltreise und dem Überdruß am heimatlichen Einerlei, wird angereichert durch einen Kriminalfall: Jules Vater ist verschwunden. "Das Geheimnis meines Vaters" unterscheidet sich so wohltuend vom Seifenopern-Schnulz.
 
Mißlungene Beispiele dieser Gattung sind in der Regel schlecht, weil die Schauspieler versagen. Man darf der Produzentin Kerstin Ramcke, die für "Berlin, Berlin" viel gelobt wurde, allerdings zu ihrer Auswahl gratulieren. Mit Anna Voy Kunith fand man eine quirlige Darstellerin für die Hauptrolle Jule. Ihrer Wirkung kann sich auch Kai (Sven Wasner) nicht entziehen. Die Serie wirkt aufwendiger, als man angesichts der Bedingungen, unter denen sie entstand, erwarten durfte. In fünfzig Tagen wurden fünfzig Folgen produziert. Leider scheut die Regie (Karen Müller) nicht vor Klischees zurück. Ein Unbekannter mit Schlapphut drückt die Zigarettenkippe aus, bevor er Jules Zimmer durchstöbert. Und daß Jule nach dem Streit mit ihrer Mutter minutenlang ein Selbstgespräch führt, um den Zuschauer ihre Innenwelt zu schildern, hätte man durch einen inneren Monolog, wie es zu Beginn jeder Folge als Rückblick geschieht, plausibler gestalten können. Dennoch unterhält diese Serie. Dank des spannenden Drehbuchs von "Tatort"-Autor Markus Stromiedel. Und der aufgedrehten Hauptdarstellerin.

aus: Franfkurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2006

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Tipp des Tages

Jule (Anna Voy Kunith) kehrt in ihre Heimatstadt Wismar zurück, weil ihr Vater verscwhunden ist. Hat er etwas mit dem Mord in der familieneigenen Parfümfabrik zu tun? Neue Teleonovela.

aus: Bild, 15. August 2006

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Parfümfabriken und aufgemalter Teppichboden

von Birgit Heidsiek/DPA

In der ARD soll eine neue Mischung aus Familienserie und Krimi das Vorabendprogramm erobern. "Das Geheimnis meines Vaters" wird zunächst in 50 Folgen die mysteriöse Vergangenheit eines Parfümfabrikanten aufdecken.
 
Vollkommen aufgelöst taucht der Chef einer Parfümfabrik (René Schoenenberger) am späten Abend bei seiner 27- jährigen Tochter (Anna Voy Kunith) in Berlin auf und übergibt ihr ein geheimnisvolles Päckchen. Auf seinen Wunsch fährt sie am nächsten Tag zum Geburtstag ihrer Mutter (Heike Trinker) in ihre Heimatstadt Wismar. Während ihr Vater mysteriöserweise verschwunden zu sein scheint, taucht dort ihre Jugendliebe (Sven Waasner) auf, mittlerweile zum Kriminalkommissar aufgestiegen. Mit der zunächst auf 50 Folgen angelegten Serie "Das Geheimnis meines Vaters", die ab dem 15. August jeweils von dienstags bis freitags um 18.50 Uhr läuft, will die ARD ihr Vorabendprogramm neu beleben.
 
"Der Herbst wird nicht einfach für uns", sagt Verena Kulenkampff, Koordinatorin des ARD-Vorabendprogramms. "Bisher hat nur das Erste auf dem Sendeplatz um 18.50 Uhr fiktionales Programm angeboten. Nun setzen gleich zwei kommerzielle Sender ihre Serien dagegen." Ab 21. August strahlt Sat.1 immer um 18.45 Uhr die neue Telenovela "Schmetterlinge im Bauch" aus, während bei RTL ab 4. September schon um 19.05 Uhr mit "Alles was zählt" die Soap-Stunde beginnt. Nach Beendigung der Telenovela "Sophie - Braut wider Willen" mit Yvonne Catterfeld lief zuletzt die Doku-Soap "Die Tierretter von Aiderbichl" auf diesem Sendeplatz, der sich an die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen richtet, aber auch das ältere Publikum ansprechen soll.
 
Das Konzept zu "Das Geheimnis meines Vaters" haben die beiden Autoren Markus Stromiedel ("Tatort", "Stubbe: Von Fall zu Fall") und Kerstin Engel ("Zwei Engel auf Streife") entwickelt. "Zum ersten Mal wird im deutschen Fernsehen eine langfristig laufende Serie ausgestrahlt, die die Genres Familienserie und Krimi miteinander verbindet", so Stromiedel. "Das Tempo und die Spannung ziehen darin langsam an." An der Produktion dieser Vorabendserie, die zunächst bis Mitte November in der ARD laufen soll, sind über 20 Autoren und Dramaturgen beteiligt.
 
"Die Stärke dieses Formats liegt darin, dass ich mir meine Texte nicht drei Mal durch den Kopf gehen lassen kann, sondern improvisieren muss", berichtet Kunith, die aus über 200 Bewerberinnen für die weibliche Hauptrolle ausgewählt wurde. Mit ihrer Figur, die aus der Enge der Kleinstadt ausgebrochen ist und unfreiwillig wieder in ihre Heimat zurückkehrt, könne sie sich gut identifizieren. Bei ihren Nachforschungen nach dem verschwundenen Vater stößt sie auf ein Familiengeheimnis, das weit in die Vergangenheit zurückreicht.
 
Zu den zentralen Schauplätzen der Serie, die als erste industrielle Serienproduktion im Studio Hamburg entsteht, gehören eine Polizeiwache, ein pittoreskes Fischrestaurant, ein kleiner Buchladen mit Café, die Wohnungen der Protagonisten, aber auch eine stilvolle Parfümfabrik, ein begehbarer Kirchturm sowie ein hölzernes Bootshaus inklusive einer Segelyacht, die in einem 4 x 6 Meter großen Wasserbecken vor sich hin dümpelt. Sämtliche Fußböden sind nicht verlegt, sondern täuschend echt wie Teppichboden, Parkett oder Fliesen auf den Studioboden gemalt worden, damit die Kameras beim Dreh schnell von einem Raum zum anderen gefahren werden können.
 
Damit die jungen Darsteller trotz der ständigen Szenenwechsel stets genau wissen, welche emotionalen Entwicklungen ihre Figuren gerade durchlaufen, werden ihnen bei den Dreharbeiten zwei Coachs an die Seite gestellt. Nach drei Jahren Dauereinsatz in der RTL-Soap "Unter uns" ist Waasner froh, jetzt eine Hauptrolle zu spielen. "Mir ist wichtig, dass die Geschichte kurz gehalten wird, denn Telenovelas sind ein undankbares Format für Schauspieler", sagt der ehemalige Lee-Strasberg-Schüler. Entweder würden diese Serien solange verlängert, bis sie nur noch mit dünnem Kaffee vergleichbar seien, oder aber sofort abgesetzt.

aus: stern.de, 15. August 2006

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Gegensätze ziehen sich an

Eine Serie ist so gut wie ihre Charaktere, das Spannungsfeld, das ihre Geschichte erzeugt. Das Erste versucht ein neues Format mit zwei Sympathieträgern, die unter dem Bann ihrer Gegensätze stehen. Jule liebt das Risiko und hasst die Veranwortung. Ihr Gegenpol ist Kai (Sven Wasner), ihre einstige Jugendliebe. Spröde, gradlinig, kompromisslos. Das Schicksal führt die beiden zusammen, als Jules Vater spurlos verschwindet. Die 27-jährige schnüffelt in der Familiengeschichte herum, der frischgebackene Kommissar Kai will seinen ersten Fall erfolgreich klären. Und so entdeckt das ungleiche Paar ein Kalaidoskop der deutschen Vergangenheit, erlebt die innere Teilung, Loyalitätskonflikte und die wunderbaren Widersprüche der Liebe.

aus: rtv Nr. 32, vom 12. August 2006

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TV-Kritik: Das Geheimnis meines Vaters

von Ingrid Uebe

Wie man weiß, ist es gar nicht so leicht, den Zuschauer in der ersten nur 30 Minuten langen Folge auf eine neue Unterhaltungsserie neugierig zu machen. Dieser hier ist das eigentlich ganz gut gelungen.
 
Eine muntere weibliche Hauptperson, zwei attraktive Verehrer, ein spurlos verschwundener Vater, eine streitbare Mutter, ein rätselhaftes Päckchen und ein geheimnisvoller Einbrecher brachten den Einstieg (für eine Telenovela) vergleichsweise geschickt und kurzweilig über die Runden. Vor allem Anna Voy Kunith als Jule weiß ihr schauspielerisches Potential in dieser Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi locker einzusetzten.
 
Und so darf man denn den sicherlich schicksalshaften, von durchaus einfallsreicher Musik begleiteten Ereignissen im schönen Wismar mit einiger Hoffnung und ohne schlechtes Gewissen entgegensehen.

aus: NRZ, 16. August 2006

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Ein einziger Fall läuft 50 Folgen

von Tom Heise

Einen Kriminalfall über 50 Folgen zu erzählen - ein gewagtes Experiment zur Abendbrotzeit, wo der Bildschirm oft nur nebenbei flimmert. "Aufmerksamkeit ist schon gefordert", sagt Headautor Markus Stromiedel ("Tatort", "Stubbe"). Der Zuschauer wird dann aber auch mit einer facettenreichen Geschichte belohnt - und nicht damit abgespeist, dass sich zwei kriegen, was man von Anfang an ja sowieso wusste."
 
Im Mittelpunkt des neuen Formats steht die junge Jule Kempe. Die lebenslustige Frau hatte gerade mit allen erdenklichen Jobs das Geld für eine Weltreise zusammengespart, als ihr Vater in Berlin auftaucht und ihr ein geheimnisvolles Päckchen überlässt, das Jule ihm am nächsten Tag auf der Geburtstagsfeier ihrer Mutter in Wismar zurückgeben soll.
 
Doch die Reise in die Heimat verläuft für Jule anders als gedacht. Mit ihrer Familie, die eine Parfümmanufaktur betreibt, hat sie so ihre Probleme. Auch das Wiedersehen mit ihrer Jugendliebe Kai (Sven Wasner), der inzwischen Kommissar ist, ruft bei der gradlinigen Jule zwiespältige Gefühle hervor. Und als ihr Vater einfach verschwindet, muss die Weltreise verschoben werden.
 
Die Krimigeschichte führt in die deutsch-deutsche Vergangenheit, die ersten Folgen machen Appetit auf mehr. Neben dem Krimistrang hat auch eine große Liebesgeschichte Platz in der Serie. Getragen wird die Handlung vor allem durch das natürliche Spiel der Hauptdarstellerin Anna VoyKunith. Als Jule führt sie den Zuschauer in jeder Folge wieder in das Geschehen ein und mischt mit ihrer Power und Spontaneität das provinzielle Wismar auf.
 
Die "Kriminovela" wurde zwar "industriell gefertig" (es wurde eine Folge pro Tag gedreht), trotzdem wirkt alles nicht wie bei einem 08/15-Produkt. "Was wir an Zeit bei den Arbeitsabläufen sparen, kommt der kreativen Arbeit vor und hinter der Kamera unmittelbar zugute", verspricht Produzentin Kerstin Ramcke.

aus: Neue Osnabrücker Zeitung, 15. August 2006

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Das Geheimnis meines Vaters

Die Fernsehmacher langweilen ihre Zuschauer mit immer den gleichen Storys. Wird es bei der neuen ARD-Vorabendserie "Das Geheimnis meines Vaters" genauso sein? Auch hier geht es um Liebe, Mord und das Geheimnis einer Familie, sind unbekannte Schauspieler am Zuge, die Drehorte der 50 Folgen heißen Hamburg und Wismar. Dennoch: Eine Chance sollte man dem Sommer-/Herbstspektakel doch geben: Es lohnt sich!

aus: TV-Aktuell, 12. August 2006

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