Kritiken zu "Stahlnetz: PSI"


Frankfurter Rundschau:

"...Solche Plots jenseits der üblichen Dramaturgie sind im Fernseh-Krimi noch immer die Ausnahme, weil es schon einiger Könnerschaft bedarf, um die Geschichte dennoch spannend zu halten. Was in diesem Fall jedoch brillant gelingt. Zum einen verzichtet Autor Markus Stromiedel auf jeden vordergründigen Aktionismus und entwickelt die Brisanz vornehmlich aus den stimmig gezeichneten Figuren. Zum anderen verstehen es Regisseur Markus Imboden und Kameramann Hans Fromm virtuos, dem Geschehen eine atmosphärische Dichte jenseits aller Manierismen zu geben..."

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WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung):

"...Nach dem Drehbuch von Markus Stromiedel hat der Schweizer Regisseur Markus Imboden einen solide-spannenden Krimi mit stimmig gezeichneten Figuren inszeniert und wohltuend auf reißerische Effekte verzichtet. (...) Prädikat: Sehenswert, auch wenn die Auflösung des Falles etwas abrupt ins Bild gesetzt wird..."

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Frankfurter Allgemeine:

"...Binnen neunzig Minuten entfaltet Imboden vier Lebenspläne, welche Spannung aus der Ratlosigkeit schöpfen. Das adelt diesen "Stahlnetz"-Fall, der sich gewissenhaft und ohne Eile in die Milieus vertieft..."

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Thüringer Allgemeine:

"Ohne diesen titelgebenden Schluss mit dem parapsychologischen Quatsch müsste man die Überspielsperre auf der Videokassette aktivieren. Irrwitzig, dass gerade einer der sozial genauesten Krimis der letzten Jahre und mit einer sehr seltenen darstellerischen Dichte durch windige Hellseherei wie in einem Märchenfilm aufgeklärt wird..."

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Neue Osnabrücker Zeitung:

"Dickes Lob aber nicht nur für die beiden Hauptdarsteller, die man in dieser Konstellation gerne wiedersehen würde. Auch Drehbuchautor Markus Stromiedel und Regisseur Markus Imboden haben ein Schulterklopfen verdient..."

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Berliner Morgenpost - am 4. Mai:

"...Axel Milberg (45) spielt in diesem von dem Schweizer Regisseur Markus Imboden hervorragend inszenierten und außerordentlich fesselnden Krimi einen fleißigen und fähigen Kommissar, der seine Einsamkeit hinter einer Maske aus Menschenverachtung und Ruppigkeit verbirgt..."

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Berliner Morgenpost - am 6. Mai:

"...Ein Krimi, der auf Action völlig verzichtete, aber nicht deswegen langatmig war, sondern weil sich die Handlung ebenso wie der Kommissar schwerfällig gestalteten..."

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Mitteldeutsche Zeitung:

"...Wie außerordentlich erfreulich war es da, ausnahmsweise mal wieder einen Krimi vorgesetzt zu bekommen, in dem die Spannung und Tragik alleine aus dem Fall geschöpft wurden, um den es ging. Die Geschichte um die versehentlich entführte Tochter eines Hausmeisters überzeugte auf der ganzen Linie..."

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Kommissar Brummbär

Von Reinhard Lüke

"Stahlnetz: PSI", ARD, Sonntag, 20.15 Uhr. Jede Stadt hat ihre besseren Wohngegenden, in denen sich Kidnapper wahllos irgendein Kind schnappen können. Das Lösegeld werden die gut situierten Eltern schon aufbringen können. So denken zumindest die beiden Brüder, die in einem Villen-Viertel in Hannover die 14-jährige Mischa entführen.
 
Pech für die Gangster, dass es sich bei dem Mädchen keineswegs um eine höhere Tochter mit reichen Eltern, sondern "lediglich" um das Kind eines Hausmeisterehepaars handelt. Was die Sache für Kommissar Klaus Borowski nicht eben einfacher macht. Schließlich kann er nur mutmaßen, wie die Entführer reagieren werden, wenn sie ihren fatalen Irrtum bemerken. Überdies stehen Kommissar Borowski und seine Mannen vor dem Problem, dass sich die Entführer nach einem ersten Anruf tagelang nicht mehr melden. Und die routinemäßigen Ermittlungen ergeben keinerlei Anhaltspunkte über die Täter und den Aufenthaltsort des Opfers.
 
Als Zuschauer ist man da weit besser informiert. Man kennt nicht nur die Identität der Kidnapper, sondern auch Mischas Versteck im Pfeiler einer Autobahnbrücke. Solche Plots jenseits der üblichen Dramaturgie sind im Fernseh-Krimi noch immer die Ausnahme, weil es schon einiger Könnerschaft bedarf, um die Geschichte dennoch spannend zu halten. Was in diesem Fall jedoch brillant gelingt. Zum einen verzichtet Autor Markus Stromiedel auf jeden vordergründigen Aktionismus und entwickelt die Brisanz vornehmlich aus den stimmig gezeichneten Figuren. Zum anderen verstehen es Regisseur Markus Imboden und Kameramann Hans Fromm virtuos, dem Geschehen eine atmosphärische Dichte jenseits aller Manierismen zu geben.
 
Und dann ist da natürlich noch der grandiose Axel Milberg in der Rolle des Klaus Borowski. Wo andere große Schweiger (gern mit Drei-Tage-Bart) unter den Fernseh-Fahndern einem gern ihren privaten Seelenmüll auftischen, stapft dieser maulfaule Ermittler, gänzlich uncool mit Schnäuzer und Opel-Kombi ausgestattet, wie Kommissar Brummbär durch den Krimi. Notorisch unfreundlich schnauzt er seine Kollegen an, macht Fehler, widerspricht sich selbst, ohne es zuzugeben und scheint für seine bräsige Durchschnittlichkeit aber auch keinerlei Sympathiebekundungen zu erwarten.
 
Mögen muss man diesen Kommissar wirklich nicht - ebenso wenig wie den angestaubten Authentizitäts-Gestus der "Stahlnetz"-Reihe. Aber mit Klaus Borowski gibt es endlich wieder einen kauzigen Typen, wie ihn der Fernseh-Krimi schon seit Jahren nicht hervorgebracht hat.

aus: Frankfurter Rundschau, 4. Mai 2002

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Ein mysteriöses Verbrechen

Von Rainer Braun

Warum wird die Tochter eines einfachen Hausmeisters aus einem noblen Villenvorort in Hannover auf dem Schulweg entführt, um eine Million zu erpressen?
 
Die Eltern der 14-jährigen Micha stehen ebenso vor einem Rätsel wie die ermittelnden Polizisten um Kommissar Borowski und seine junge Assistentin Anna Wagner. So mysteriös wie die Motive der Täter scheinen auch die näheren Umstände des Verbrechens. Keiner will die Tat beobachtet haben und die Entführer lassen nach einer ersten Lösegeldforderung für drei Tage nichts von sich hören. Da auch die kriminalistische Kleinarbeit zunächst erfolglos bleibt, tauchen Zweifel auf, ob Micha gekidnappt wurde, zumal sie an ihrer Schule offensichtlich einige Probleme hatte. Borowski vertraut dagegen auf seine Erfahrung und ermittelt hartnäckig weiter . . .
 
Anders als es der Titel "PSI" nahelegt, geht es in der aktuellen "Stahlnetz"-Ausgabe (So., 20.15, ARD) eher um schwer erklärbare, als um übersinnliche Phänomene. Nach dem Drehbuch von Markus Stromiedel hat der Schweizer Regisseur Markus Imboden einen solide-spannenden Krimi mit stimmig gezeichneten Figuren inszeniert und wohltuend auf reißerische Effekte verzichtet.
 
Aus der Sicht des Kommissars wird getreu der Tradition der Reihe ein realer Fall minutiös rekonstruiert, was sich hier nicht zuletzt dank des Ensembles sehen lassen kann. Axel Milberg in der Rolle des grantigen, persönlich schwer zugänglichen Borowski überzeugt im Zusammenspiel mit Lisa Martinek (Anna) und verleiht "PSI" jene Art von sprödem Charme, der näher am Polizeialltag ist, als der Auftritt anderer TV-Ermittler. Prädikat: Sehenswert, auch wenn die Auflösung des Falles etwas abrupt ins Bild gesetzt wird.

aus: WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), 4. Mai 2002

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Warte, warte noch ein Weilchen

Von Alexander Bartl

Wer ihm zu nahe tritt, wird schonungslos zurechtgewiesen, nicht einmal im Dienst läßt sich Klaus Borowski auf längere Gespräche ein. Es könnte ihm schaden oder ihn wenigstens langweilen, und das wäre zuviel für sein Gemüt, das behütet hinter einer Mauer des Schweigens nistet. Der Kommissar als Randgänger einer Gesellschaft, die ihm nicht behagt, vertraut auf seine Instinkte, sie sind die Richtschnur seines Daseins, und nur ihnen verdankt er seine Erfolge. Borowski ermittelt im Fall einer Kindesentführung, unwirsch und einsilbig, und wie er seine neue Kollegin Anna Wagner bewußt übersieht, wie er sich erst träge aufrafft, bevor er das Revier verläßt, das entlarvt ihn als schwierigen Zeitgenossen.
 
"PSI", wie der griechische Buchstabe, heißt der neue Krimi der "Stahlnetz"-Reihe im Ersten nach einer wahren Begebenheit (Drehbuch: Markus Stromiedel), und so schlicht und klar wie der Titel klingt, verläuft auch die Handlung. Es geht nicht um lärmende Verbrechen, eingebettet in einen opulenten Action-Rahmen, sondern um Menschen am Rande der Verzweiflung. Kein Schuß fällt, niemand vergießt Blut, und trotzdem gelingt dem Schweizer Regisseur Markus Imboden ein beachtliches Porträt von Menschen in der Krise, das den Schmerz ins Innere der Figuren lenkt und die zermürbende Kraft des stillen Terrors einfängt. Denn Micha (Nadine Fano), die auf dem Weg zur Schule von zwei Männern entführt wird, wohnt zwar im Villenviertel, ist allerdings die Tochter des Hausmeisters, weshalb die Lösegeldforderung von einer Million Euro für ihren Vater einem Albtraum ohne Aussicht auf ein glückliches Erwachen gleichkommt.
 
Er werde sich wieder melden, sagt Larry (Max Hopp), der jüngere der beiden Ganoven, am Telefon, aber Borowski wartet vergeblich, unterstellt den Entführern böses Kalkül - und nur der Zuschauer weiß, daß es an Larrys Dummheit lag, der zeitlebens Wohlstand ersehnte. Gemeinsam mit seinem todkranken Bruder Ole (Hans Uwe Bauer) hat er die Entführung ersonnen, aber nur halbherzig, den Rest soll die blühende Phantasie erledigen. Fürs erste wird Micha in einer Betonhöhle unter der Autobahn eingeschlossen, bis ihr vermeintlich reicher Vater das geforderte Geld überbringt. Wie in den "Stahlnetz"-Krimis üblich, schlägt sich die Kamera auf die Seite des Kommissars, der als Erzähler durch den Film führt. Aber Imboden entwirft zugleich ein scharfkantiges psychologisches Profil der beiden Täter, zweier Brüder, die sich fortträumen aus ihrer Misere.
 
Während sie noch über die Geldübergabe nachgrübeln, kommt ihnen der Zufall in die Quere, denn Larrys Freundin hat ein Wochenende für zwei auf Mallorca gebucht, und weil Sonne und Strand verlockender sind als der Sumpf des Verbrechens, macht sich Larry aus dem Staub und läßt den hilflosen, gebückt und schwitzend den Unsinn des Lebens hinterfragenden Ole bei Micha in Hannover zurück. Die Dummheit, den Lauf der Erpressung aufzuschieben, versetzt sogar den kranken Bruder in Rage; nur die Kamera bleibt so ruhig wie Borowski, schaut der wachsenden Not auf beiden Seiten mit zementierten und scharfen Blicken zu.
 
Axel Milberg als Borowski und Lisa Martinek in der Rolle der pflichtversessenen Kollegin umlauern einander wie zwei Erzrivalen, die zwar an demselben Strang ziehen, aber in verschiedene Richtungen. Er verweigert grollend jede Teamarbeit im Wissen um seine reiche Erfahrung, und sie will ihren Chef mit allen Mitteln eines Besseren belehren, auch um den Preis einer drohenden Blamage. Verbissener Idealismus prallt auf die Routine eines phlegmatischen Heldens. Binnen neunzig Minuten entfaltet Imboden vier Lebenspläne, welche Spannung aus der Ratlosigkeit schöpfen. Das adelt diesen "Stahlnetz"-Fall, der sich gewissenhaft und ohne Eile in die Milieus vertieft. "PSI", so erfährt man am Ende, bezeichnet ein parapsychologisches Phänomen, das Tatsachen vorspiegelt, dort, wo dieser beklemmend realistische Krimi unterschwellig neue Fragen aufwirft.

aus: Frankfurter Allgemeine, 6. Mai 2002

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Parasensationell

Von Wolfgang Suckert

"Stahlnetz: PSI", So., 20.15 Uhr, ARD. Ohne diesen titelgebenden Schluss mit dem parapsychologischen Quatsch müsste man die Überspielsperre auf der Videokassette aktivieren. Irrwitzig, dass gerade einer der sozial genauesten Krimis der letzten Jahre und mit einer sehr seltenen darstellerischen Dichte durch windige Hellseherei wie in einem Märchenfilm aufgeklärt wird.
 
Dabei erzählen Autor Markus Stromiedel und der Schweizer Regisseur Markus Imboden eine sehr irdische Geschichte. Zwar hat die Ausgangssituation mit einer jungen Kollegin, die einem grantigen Kommissar zugeordnet wird, schon Moos angesetzt seit Robin Hood. Aber der ermittelnde Muffel wirkt durch Axel Milberg beklemmend real, denn unsympathische Charakterzüge lösen sich nicht, wie bei Schimanski, einfach auf.
 
In einem durchgehend exzellenten Schauspieler-Ensemble nutzen Max Hopp und Uwe Bauer die seltene Chance, mit der Dilettanten-Tragik des Brüder- und Ganovenpaares eine erschütternde Charakterstudie der Täter abzuliefern, wie es einst bewährtes Konzept der Polizeiruf-Reihe war. Kein Schuss fällt bis zum Schluss, bis jene niedersächsische Spökenkiekerei beginnt.

aus: Thüringer Allgemeine, 7. Mai 2002

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Mehr davon

Von Joachim Schmitz

Es war ein leiser Krimi gestern Abend, und vielleicht gerade deshalb auch ein guter. Und es war ein "Stahlnetz" aus Hannover, der die Landeshauptstädter endlich zufrieden stellen sollte. Beim letzten waren die meisten Szenen noch in Hamburg gedreht worden und brachten die Hannoveraner auf die Palme - diesmal gab's tatsächlich authentische Bilder aus der Stadt, wenn auch nicht gerade aus ihren schöneren Winkeln.
 
Wichtiger aber war natürlich der Kommissar. Und der kam ganz schön seltsam daher. Axel Milberg in seiner Rolle als "Kotzbrocken" zu bezeichnen, wäre beinahe noch geschmeichelt. Ein frustrierter Unsympath der Extraklasse als Zuschauerliebling? Aber ja doch. Wie er seine neue Kollegin (Lisa Martinek) aufs Übelste empfing, sich mit ihr rieb, wohlverdiente Widerworte bekam und es schließlich häppchenweise menscheln ließ - das hatte was.
 
Dickes Lob aber nicht nur für die beiden Hauptdarsteller, die man in dieser Konstellation gerne wiedersehen würde. Auch Drehbuchautor Markus Stromiedel und Regisseur Markus Imboden haben ein Schulterklopfen verdient. Stromiedel sorgte dafür, dass der nach einem wahren Entführungsfall gestrickte Krimi äußerst wirklichkeitsnah daherkam. Imboden wiederum, der gerade erst mit dem ZDF-Film "Ein Dorf sucht seinen Mörder" glänzen konnte, fand einmal mehr die richtigen Bilder, wirkungsvolles Licht und gelungene Einstellungen. Mehr davon!

aus: Neue Osnabrücker Zeitung, 6. Mai 2002

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"Stahlnetz"-Krimi um entführtes Kind

Von Martin Weber

Die 14-jährige Micha lebt zwar in einem teuren Viertel von Hannover. Doch ihr Vater ist kein Millionär, sondern lediglich Hausmeister in einer der vielen schicken Stadtvillen. Ihr nobler Wohnort wird Micha (Nadine Fano) eines Morgens zum Verhängnis: Weil der brutale Gangster Larry (Max Hopp) und sein todkranker Bruder Ole (Hans Uwe Bauer) sie für das Kind reicher Leute halten, entführen sie das Mädchen und fordern von ihren Eltern eine Million Euro Lösegeld. Soweit die Ausgangssituation der neuen "Stahlnetz"-Folge "PSI", wie immer eingeleitet von der martialischen Erkennungsmelodie der Krimireihe und (schon traditionell bei den "Stahlnetz"-Folgen) angelehnt an einen realen Fall
 
Doch was ganz klassisch beginnt, nimmt schon bald eine verblüffende Wendung. Da Entführer Larry mit seiner Geliebten spontan einen Kurztrip nach Mallorca macht, verschiebt sich der angekündigte zweite Anruf der Kidnapper um viele Stunden - das zermürbende Warten zerrt nicht nur an den Nerven der Eltern, sondern auch an denen des ewig mürrischen Kommissars Klaus Borowski (Axel Milberg) und seiner engagierten neuen Kollegin Anna Wagner (Lisa Martinek).
 
Während die Hoffnung schwindet, das Mädchen lebend zu finden, wird Michas beste Freundin von einem seltsamen Traum über die Entführte in einer Höhle heimgesucht - möglicherweise eine übersinnliche PSI-Botschaft, die den Ermittlern entscheidende Hinweise geben könnte. Axel Milberg (45) spielt in diesem von dem Schweizer Regisseur Markus Imboden hervorragend inszenierten und außerordentlich fesselnden Krimi einen fleißigen und fähigen Kommissar, der seine Einsamkeit hinter einer Maske aus Menschenverachtung und Ruppigkeit verbirgt.
 
Milberg entschied sich nach eigener Auskunft vor allem deshalb für die Rolle, weil Imbodens Film auf Actionelemente verzichtet. "Es gibt kein Gerenne mit der Knarre in der Hand und kein Mal explodiert ein Auto. Auch wir versuchen Spannung zu erreichen, aber auf andere Weise."

aus: Berliner Morgenpost, 4. Mai 2002

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Schwerfälliger Krimi

Von Maggie Riepl

"Stahlnetz: PSI", ARD, Sonntag: Müde schleppt sich Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski durchs Geschehen. Ein einsamer und sehr grummeliger Wolf, für den Fakten zählen und der in diesem Entführungsfall dann doch eines Besseren belehrt wird. Weil er erstmals selber auf sein Gefühl und nicht auf Zeugenaussagen hört und weil eine Freundin nachts von dem Versteck geträumt hat und so die 14-Jährige befreit werden kann. Die telepathische Aufklärungsaktion verlieh der Folge, die wie alle "Stahlnetze" auf Tatsachen beruhte, den Titel. Ein Krimi, der auf Action völlig verzichtete, aber nicht deswegen langatmig war, sondern weil sich die Handlung ebenso wie der Kommissar schwerfällig gestalteten. Und das Spiel mit den Querelen zwischen der jungen Kollegin und dem alten Hasen wird in Krimis langsam überstrapaziert.

aus: Berliner Morgenpost, 6. Mai 2002

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Echt stark

Von Martin Weber

"Stahlnetz: PSI": Sonntag, 20.15 Uhr, ARD. Wenn Krimiregisseure heutzutage Tiefgang erzeugen wollen, dann bürden sie ihren Helden in der Regel eine Fülle von privaten Betrübnissen auf: Eheprobleme, Schulden oder Krankheiten sind beliebte Varianten. Auf die Dauer mutet das freilich recht einfallslos an.
 
Wie außerordentlich erfreulich war es da, ausnahmsweise mal wieder einen Krimi vorgesetzt zu bekommen, in dem die Spannung und Tragik alleine aus dem Fall geschöpft wurden, um den es ging. Die Geschichte um die versehentlich entführte Tochter eines Hausmeisters überzeugte auf der ganzen Linie. Einfach toll, wie Regisseur Markus Imboden deutlich machte, wie qualvoll Warten sein kann - auf einen Anruf der Entführer, der sich nach dem ersten Telefonat zunächst nicht mehr melden und die Eltern und Ermittler in die schiere Verzweiflung treiben. Toll auch, wie Axel Milberg der Figur des ewig mürrischen Kommissars Konturen gab. am Ende wurde das Mädchen aus den Fängen des dämlichen Entführers befreit. Sogar ohne einen einzigen Toten kam dieser Krimi also aus.

aus: Mitteldeutsche Zeitung, 7. Mai 2002

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